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P 383/2021 Az.: 047.43 / Schnelltests zu verschiedenen Zwecken einsetzen (20.02.2021)


 

PRESSEINFORMATION Geschäftsführendes  
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Christiane Conzen
 
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Az 047.43 - P 383/2021 · Co
 

20.02.2021

 

Schnelltests zu verschiedenen Zwecken einsetzen
 
Stuttgart. Am Montag öffnen die Grundschulen wieder und die Kitas starten in den Regelbetrieb. Städte und Gemeinden unterstützen zum Teil mit den Freiwilligenorganisationen vor Ort die vom Land angebotene freiwillige Testung. Denn nur durch konsequente und regelmäßige Testung aller Beschäftigten lassen sich Infektionscluster in den Einrichtungen verhindern.
 
„Mehr als 300 Städte und Gemeinden haben sich nach unserem Kenntnisstand bereits auf den Weg gemacht mit eigenen Teststrategien für Kitas, Schulen und zum Teil die ganze Stadtgesellschaft – unabhängig von Zusagen der Landesregierung“, sagte Gudrun Heute-Bluhm geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg.
 
Ab kommendem Montag bieten viele Städten und Gemeinden für Kitas und Schulen unterschiedliche Testangebot. So startet die Stadt Ulm an der Donau mit einem durchdachten Test-Konzept an den Schulen. Vom Zeitplan, über die Anleitung zum Corona-Schnelltest, die notwendige Einverständniserklärung, die Dokumentation bis hin zu Maßnahmen bei positivem Testergebnis und Berechtigungsschein zum PCR-Test für positiv getestete Personen wurde alles rechtzeitig an die Beteiligten kommuniziert.
 
Ähnliche Konzepte werden in Mannheim, Karlsruhe, Villingen-Schwenningen und in vielen weiteren Städten und Gemeinden im Land umgesetzt. In Abstimmung mit den Personalvertretungen und in Kooperation mit Freiwilligen des Deutschen Roten Kreuzes, der Feuerwehr und anderer Hilfsorganisationen wurde innerhalb weniger Tage eine Testung für den ersten Schultag der Grundschülerinnen und Grundschüler und den pandemiebedingten Regelbetrieb der Kitas gestartet. Andernorts sind Apotheken in die Organisation eingebunden.
 
Viele Städte und Gemeinden setzen die von der Landesregierung angebotenen Schnelltests ein. Andere orientieren sich am weithin bekannten Tübinger Modell insbesondere für die Testung in Kitas und Schulen.
„Das Deutsche Rote Kreuz hat sich bereit erklärt, Schulungen abzuhalten – das freut uns sehr und ist vor Ort eine große Hilfe“, so Gudrun Heute-Bluhm weiter.
 
Es sei gut, dass es inzwischen unterschiedliche Testarten und -möglichkeiten gebe, sagte sie. Die serielle Testung in definierten Gruppen ermögliche es, die Verbreitung des Virus mit den Mutationen in der Gruppe durch frühzeitige Erkennung unerkannter Infektionen zu verhindern. „Eine definierte Gruppe regelmäßig zu testen, zum Beispiel das Personal einer Kita oder die Belegschaft einer Firma, verhindert, dass sich Infektionscluster bilden können, weil man frühzeitig und regelmäßig alle testet. Gruppentestungen bieten Schutz und Sicherheit für die ganze Gruppe.“
 
Auch die Testcenter in Böblingen und in Bad Krozingen zeigten, wie es gehen kann, so Heute-Bluhm weiter: „Eine digitale Anmeldung ermöglicht nach dem Test auch eine schnelle digitale Bestätigung des Testergebnisses, so dass die Getesteten auch an entsprechender Stelle ein negatives Ergebnis vorweisen können.“ Gedacht ist hier derzeit an die testpflichtigen Grenzpendler nach Frankreich und in die Schweiz. Denkbar ist aber auch, wie in anderen Ländern den so getesteten Personen den Besuch von Restaurants und Hotels zu ermöglichen, um der gebeutelten Gastronomie eine baldige Öffnungsperspektive zu geben.
 
Die neuen Testmethoden seien nicht nur schneller, weil man nicht wertvolle Tage auf die Laborergebnisse warten müsse, sondern auch preisgünstiger. „Neuere Methoden wie Antigen-Selbsttests, aber auch Riech- und Spucktests sind vielleicht weniger sensitiv, dafür aber noch preiswerter und, was die letzteren angeht, auch weniger unangenehm.“ Das sei ein Aspekt, der für die Akzeptanz wichtig sei.
 
Noch sind Schnelltests nur von geschulten Personen einsetzbar. Bald sollen sie zur Selbstanwendung zugelassen werden. Künftig könne man deshalb auch in anderen Einrichtungen Selbsttests in der Gruppe organisieren, um die durchaus gegebene Bereitschaft zur Testung für die eigene Sicherheit zu nutzen und so in der Summe aller Testungen die Chance zu erhöhen, frühzeitig und im Idealfall vor der Ansteckung anderer etwaige Fälle zu erkennen. Auf diese Weise können sich – wie in Österreich – ganze Schulklassen testen und die Öffnung der Schulen damit ermöglichen.
Auch am Arbeitsplatz würde diese Kombination von „leicht zugänglich“ und „in der Einrichtung flächendeckend einsetzbar“ die Chance bieten, aus dem privaten Raum eingetragene Ansteckungen zu erkennen.
 
Schnelltests als Schutz in einer konkreten Funktion seien ebenfalls weiterhin wichtig, beispielsweise in Pflegeheimen, Betreuungseinrichtungen und weiteren beruflichen Zusammenhängen. Hier hat die vom Bund finanzierte Ausweitung der Testung das Ziel, vulnerable Gruppen vor unentdeckten, asymptomatisch Infizierten zu schützen.
 
Als weiteren Anwendungsbereich für Schnelltests nennt Gudrun Heute-Bluhm den Test bei eigenem Verdacht oder Symptomen, „hier können die Tests einen wichtigen Beitrag zum Containment, zur effektiven und schnellen Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern leisten.“
 

 

 

 


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