Drei Säulen für mehr Wohnraum
Vorwort
Addiert man die Zuwanderung aus der EU und den ohnehin existierenden großen Nachholbedarf an gefördertem Wohnungsbau hinzu, ergibt sich für ganz Deutschland ein Bedarf an 400.000 neuen Wohnungen jährlich bis 2020. Allein in Baden-Württemberg werden pro Jahr ca. 60.000 Wohnungen fertiggestellt werden müssen. Dadurch dass die Zahlen der Flüchtlinge beinahe täglich nach oben korrigiert werden, ist entsprechend von einem höheren Wohnungsbedarf pro Jahr auszugehen. Da die Verfügbarkeit von bebaubaren Grundstücken innerorts jedoch endlich ist, muss generell über eine gesteuerte Entwicklung neuer Quartiere im Außenbereich nachgedacht werden. Schwerpunktaufgaben sind jedoch an allen Orten die Integration und Durchmischung von Quartieren und die Erstellung von Wohnraum, der auch nach Ablauf der Belegungsbindung marktfähig ist.
Um diese Aufgabe langfristig zu bewältigen und die derzeitige Situation zu entschärfen, bedarf es eines Netzwerkes zwischen dem Land, den Kommunen, den kommunalen und kirchlichen Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und weiteren Akteuren, die die notwendigen zusätzlichen Maßnahmen begleiten. Aus unserer Sicht sind dies die Architektenschaft, die sozialen Träger sowie die Sparkassen in den Kommunen. Der Bund sollte diese Maßnahmenpakete u.a. durch steuerliche Anreize begleiten.
Wir schlagen ein drei-Säulen-Modell für öffentliche und private Investitionen in Wohnraum vor.
- eine Neuaktivierung der öffentlichen sozialen Wohnraumförderung
- Anreize für leistungskräftige private Investoren, sich unter Beteiligung der oben genannten Handlungsträger als Bauherren zu engagieren
- kommunale Fonds-Lösungen für Kleinanleger